By the way ...
05.10.2011Natürlich sprechen wir heute iPhone. Wir fragen: „Siri, kauf ich das neue 4S eigentlich nur wegen Dir?“ Und Siri sagt uns „Ja, weshalb auch sonst!“ Tatsächlich wird Siri wohl eher nur „Ja“ sagen, aber trotzdem Recht haben damit, auch wenn die Sprachsteuerung jetzt nicht grade die Revolution ist. Mein TomTom kann schon seit Jahren sprechen, und ich kann ihm auch sagen, wo ich hinfahren will. Vor allem ist es komisch, dass das neue Teil äußerlich überhaupt nicht vom alten Teil zu unterscheiden ist. Dabei setzt Apple sonst nur zu gerne und nur zu erfolgreich auf die Eitelkeit der Nutzer. Aber wenn gar keiner sieht, dass ich das neue Teil habe?

Mit dem gleichzeitig eingeläuteten Angriff auf das Billigsegment zeigt Apple, wo es hingehen soll. Alle sollen irgendwelche iGadgets haben, alle sollen ihr Zeug in der iCloud ablegen, alle sind dann irgendwann miteinander verbunden – keiner braucht mehr Facebook oder Google+, und Apple weiß alles und gibt uns alles, was wir brauchen. Gleichzeitig verlernen wir, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Siri, hab ich heute eigentlich schon genug Flüssigkeit zu mir genommen?“ „Siri, wo ist das nächste spanische Restaurant?“ Nicht verzagen, Siri fragen. Den Weg selbst finden kann ja jetzt schon kaummehr jemand. Böse, böse, böse, der Krake zeigt sein wahres Gesicht. Dem kann nur entrinnen, wer sich das 4S nicht holt. Und damit man sich nicht verdächtig macht, kann man ja mit dem alten Vierer draußen rumrennen und es ab und zuanschreien...
Auch ohne Apple ist so viel passiert in den letzten Tagen, dass es der reine, pure Sport, das Kräftemessen auf dem Platz, schwer hatte, zu uns durchzudringen. Darunter echt krasse Sachen, wie z.B. die Erkenntnis, dass wir die Bundesliga künftig mit einem griechischen Decoder schauen können. Theoretisch, denn in der Praxis ist Griechenland jetzt ja – total überraschend für unsere Politiker - doch so pleite, dass das Land aufgelöst werden muss. Die Mazedonier direkt oben drüber würden’s wohl sofort kaufen, aber ob die genug Geld haben? Vielleicht ein Fall für den Rettungsschirm...
Nicht gleich ein ganzes Land, aber sehr wohl einige Spieler abschreiben muss offenbar der FC Bayern München. Breno schmort immer noch in Stadelheim, und Flügelzangen-Teil Arjen Robben zwickt schon wieder das Schambein. So groß die Freude seinerzeit war, dass man einen solchen Topspieler bekommen konnte, so schmerzhaft wird die Erkenntnis sein, die langsam aber unaufhaltsam an der Säbener Straße durchdringt: dass man ihn nämlich nur bekommen hat, weil er schon immer mehr oder weniger verletzt war. Das mussten sie auch bei Real Madrid feststellen, und darum haben sie ihn überhaupt gehen lassen. Wer anderer Meinung ist, der findet sicher irgendwo eine Wette darauf, wie viele Einsätze Robben in dieser Saison noch haben wird.
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